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Auer-Lampen und Gasglühlicht um 1920

Ein historischer französischer Auer-Katalog aus dem Jahr 1920 gibt einen faszinierenden Einblick in die damalige Beleuchtungstechnik – von unterschiedlichen Brennersystemen über Glühkörper und Lampengläser bis hin zu Reflektoren, Zubehör und den besonderen „Titus“-Lampen.

Auer-Brenner – vom „Bijou“ bis zu grossen Ausführungen

Schon die unterschiedlichen Brenner zeigen, wie vielfältig das Auer-System war. Im Katalog finden sich unter anderem die Baureihen „Bandsept“ und „N.B.I.“ sowie weitere Ausführungen wie Galilé und Multiplex.

Neben aufrecht brennenden Systemen wurden auch sogenannte Becs Auer renversés angeboten – Brenner, bei denen der Glühkörper nach unten gerichtet war.

Für Sammler sind solche Darstellungen wertvoll: Form, Grösse und Aufbau eines unbekannten Brenners lassen sich mit zeitgenössischen Abbildungen vergleichen.

Der Glühkörper – ein entscheidender Bestandteil

Zum jeweiligen Brennertyp gehörte der passende Glühkörper. Der Katalog unterscheidet verschiedene Grössen und zeigt Durchmesser, Höhen und Befestigungsarten.

Für heutige Sammler alter Glühkörper und Glühstrümpfe sind solche Originalunterlagen besonders interessant, weil sich historische Stücke dadurch möglicherweise wieder einem bestimmten Brennersystem zuordnen lassen.

Lampengläser – mehr als nur ein Glaszylinder

Besonders interessant sind die Seiten über die damaligen Lampengläser. Der Katalog zeigt zahlreiche unterschiedliche Formen für aufrechte und umgekehrte Brenner – vielfach zusammen mit ihren Abmessungen.

Bei historischen Lampen entscheidet nicht allein der Durchmesser darüber, ob ein Glas passt. Auch Form, Höhe und das dazugehörige Brennersystem spielen eine Rolle.

Historische Herstellerkataloge können deshalb bei der Suche nach einem passenden Ersatzglas eine wertvolle Orientierung bieten.

Reflektoren aus Glas und emailliertem Blech

Auch Reflektoren gehörten zum System. Angeboten wurden unterschiedliche Ausführungen für stehende und umgekehrte Brenner. Die Katalogabbildungen dokumentieren Form, Masse und teilweise die jeweils vorgesehenen Brennertypen.

Zubehör – wenn ein unbekanntes Teil plötzlich einen Namen bekommt

Für Liebhaber historischer Beleuchtung sind die Zubehörseiten besonders spannend. Zu sehen sind unter anderem Hähne, Ketten, Ringe, Halterungen und Regler.

Manches Teil, das heute einzeln in einer alten Ersatzteilkiste liegt und kaum noch zu bestimmen ist, bekommt durch eine zeitgenössische Katalogabbildung plötzlich wieder einen Namen und einen technischen Zusammenhang.

Eine Petroleumlampe wird zur Gaslampe

Eine für Petrollampen-Sammler besonders interessante Seite trägt die Überschrift „Transformation de lampe à pétrole“. Sie zeigt einen Transformateur für eine Petroleumlampe sowie dazugehörige Teile und Aufhängungen.

Das erinnert daran, dass nicht jede heute erhaltene historische Lampe noch ihrer ursprünglichen technischen Ausführung entspricht. Lampen konnten im Laufe ihres Lebens verändert oder auf andere Beleuchtungssysteme umgerüstet werden.

Die Auer-„Titus“-Lampen

Am Ende des Katalogs begegnet uns ein weiteres interessantes Beleuchtungssystem: „Lampes ‘Titus’ à incandescence par l’essence“.

Drei unterschiedliche Lampenausführungen werden dargestellt. Auf der folgenden Katalogseite findet sich zusätzlich eine ausführliche Gebrauchsanweisung und das dazugehörige Zubehör.

Historische Kataloge als Zeitzeugen

Historische Hersteller- und Händlerkataloge sind weit mehr als alte Verkaufsunterlagen. Sie dokumentieren Technik, Formen, Grössen und zeitgenössische Bezeichnungen und können dadurch bei der Einordnung historischer Lampen und Ersatzteile helfen.

Eine Übereinstimmung mit einer Katalogabbildung sollte jedoch als Bestimmungshilfe und nicht automatisch als eindeutiger Herstellernachweis verstanden werden.

Hinweis: Unser Wissenszentrum dient der Information über historische Beleuchtungstechnik. Wir können keine Expertisen oder verbindlichen Fernbestimmungen von Lampen anbieten.

Quelle: Historischer Katalog der Société Française d’Incandescence par le Gaz (Système Auer), Paris; Tarif vom 1. August 1920.


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