James Hinks & Son, Birmingham
Duplexlampe
Entwickelt wurde der **Duplex-Brenner 1865 von Joseph Hinks** in Birmingham.
Er besitzt **zwei Dochte nebeneinander**, die für eine deutlich hellere und gleichmäßigere Flamme sorgen als einfache Öllampen.
Das Patent ging später an **Veritas**, eine Marke von **Falk, Stadelmann & Co.**, einem Londoner Unternehmen, das bis in die 1950er Jahre Lampen produzierte.
91–96 Great Hampton Street & 66 Hockley Street
Gegründet vor 1865
Die Firma James Hinks & Son war einer der führenden Hersteller viktorianischer Öllampen. Im Jahr 1865 patentierten James und Joseph Hinks den berühmten Duplex-Brenner mit zwei Dochten und einem praktischen Löschhebel.
Diese Innovation lieferte eine hellere, gleichmäßigere Flamme als herkömmliche Eindocht-Brenner und setzte neue Standards in der Beleuchtungstechnik.
Hinks & Son erfanden zudem die hochklappbare Galerie, die sich mit einem kleinen Schlüssel anheben ließ – so konnte der Brenner entzündet werden, ohne den Glaszylinder abzunehmen.
Joseph Hinks hatte das Unternehmen bereits 1839 übernommen und führte es zu internationalem Erfolg.
Der sogenannte Duplex-Brenner stellt eine der bemerkenswertesten Entwicklungen der Beleuchtungstechnik des 19. Jahrhunderts dar. Entwickelt wurde er um 1865 von der renommierten englischen Firma Hinks & Son, deren Erzeugnisse bereits zu ihrer Zeit als technisch fortschrittlich und von außergewöhnlicher Qualität galten. Anlass für diese Konstruktion war die noch vergleichsweise geringe Lichtausbeute des traditionellen Flachbrenners, dessen einzelne Flamme den steigenden Ansprüchen an Wohn- und Salonbeleuchtung nur noch bedingt genügte.
Die geniale Lösung bestand darin, innerhalb eines einzigen Brenners zwei parallele Flachdochte von jeweils etwa 1 Zoll Breite (ca. 26 mm) anzuordnen. Diese als Duplex-Brenner bezeichnete Konstruktion vereinte technische Raffinesse mit bemerkenswerter Zweckmäßigkeit und darf als bedeutender Fortschritt in der Entwicklung der Petroleumbeleuchtung angesehen werden.
Der Vorteil dieser Anordnung lag zunächst in der erheblich gesteigerten Lichtleistung: Durch die Verwendung zweier Dochte konnte nahezu die doppelte Flammenbreite erzielt werden, ohne dass der Brenner selbst unverhältnismäßig groß ausgeführt werden musste. Darüber hinaus erzeugten die beiden nebeneinanderstehenden Flammen auch an ihren Schmalseiten eine deutlich bessere Lichtabstrahlung, wodurch ein gleichmäßigeres und helleres Licht entstand — ein Umstand, der insbesondere in repräsentativen Wohnräumen geschätzt wurde.
Von besonderem praktischem Nutzen war ferner die Möglichkeit, bei geringerem Lichtbedarf lediglich einen der beiden Dochte zu entzünden. Dadurch ließ sich der Brenner sparsam und den jeweiligen Bedürfnissen angepasst verwenden, was ihn sowohl im gehobenen Haushalt als auch im täglichen Gebrauch außerordentlich beliebt machte.
Technisch bemerkenswert ist zudem die unabhängige Regulierung beider Dochte über separate Dochträder, wodurch sich die Höhe der beiden Flammen einzeln einstellen lässt. Die charakteristische Brennerkappe besitzt an ihrer Oberseite zwei getrennte, flache Austrittsschlitze für die Flammen. Der dazwischenliegende Mittelsteg der Kappe wird im Sprachgebrauch der Sammler und Fachleute häufig als „Brücke“ bezeichnet.
Heute zählen original erhaltene Duplex-Brenner von Hinks & Son zu den besonders geschätzten Stücken historischer Beleuchtungstechnik und sind eindrucksvolle Zeugnisse viktorianischer Ingenieurskunst.
